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Nachr. Dok. 2. Jg. (1951) H. 4.
Bei der Verfassung eines rationalen Leitkartenystems für systematische Kataloge in den Nachrichten für Dokumentation (Jg. 2, H. 2 vom Juni 1951) blieb die Frage der zweckmäßigen Beschriftung unerörtert. Auch hierfür läßt sich ein neuer Weg aufzeigen.
Die Beschriftung von Leitkarten kann auf dreifache Weise geschehen: 1. durch unmittelbare Beschriftung des Kartons, 2. durch Verwendung von Metallfahnen und Einschiebezetten, 3. durch Aufkleben von Zetteln.
Die unmittelbare Beschriftung läßt sich handschriftlich, mittels Schreibmaschine oder Druck (Buchdruck oder Stempel) ausführen. Mit der Schreibmaschine ist unmittelbare Beschriftung jedoch nur möglich, wenn dünner — wenig haltbarer — Karton verwendet wird.
Am häufigsten verwendet findet man in Bibliotheken die Preßspanleiterkarten mit aufgekleistem Metallfahne, Einstechschild und (farbigem) Celluloid-Schutz. Die Ein-
schiebezetten werden mit der Schreibmaschine oder mit der Schreibfeder beschriftet, zumeist mit der Feder in enger Schreibschrift.
Besonders praktisch und zukunftstreich erscheint mir die Beschriftung durch Aufkleben von Zetteln, wodurch die teuren Metallfahnen entbehrlich werden. Mit der Schreibmaschine oder im Akzidenzdruk lassen sich saubere Katalogüberschriften (Rubriken) herstellen.
Die für den Kopf der Leitkarte bestimmten Zettel mit Katalogüberschriften (Rubriken) nenne ich hier Rubrikzettel. Um diese kleinen Zettel mit der Schreibmaschine beschriften zu können, müssen sie zunächst ganze Bogen, Rubrikbögen, bilden, die man in die Schreibmaschine spannt.
Zur Beschriftung der 5 Leitkartenmuster I—V des rationalen Leitkartenystems benötigt man 3 Rubrikmuster, bezeichnet als Muster A, B und C.
DK 016 : 53
Die botanische Bibliographie
Von Dr. Claus Nissen, Mainz
Die Bibliographie der botanischen Literatur hat sich von früh an in guten Händen befunden. Als ihren Begründer darf man — cum grano salis; denn vorher erschien schon der umfangreiche Verkaufs-Katalog der "Bibliotheca Riviniana", Lipsiae (1727), 740 S. — Linne selbst anschen mit seinen zahlreichen Rezensionen und den über 1000 Titeln seiner "Bibliotheca botanica" (Amsterdam 1738, 165 S.; 2. Aufl. 1731 und 1733, 230 S.). Auch J. Fr. Seguier's gleichnamiges Werk (Hagae Com. 1740, ed. 2, opera L. T. Gronovii, Lugduni Bat. 1760, 580 S.) und Christ. Jak. Trewe's "Librorum botanicorum Catalogus" (Norimbergae 1752—57, 3 Tte; ein Rarissimum, separat aus der von Trew angelegten Neuausgabe des Blackwell'schen Kräuterbuches) sind mit bibliographischer Sorgfalt und höchster Sachkenntnis zusammengestellt, so daß sie in Zweifelsfällen noch immer zu Rate gezogen werden müssen. Es folgte Albrecht v. Hallers "Bibliotheca botanica" (Tiguri 1771—72, 2 Bde.), die noch in unserem Jahrhundert die Mühe eines Registers lohnte (Bernae 1908, 57 S., von Jens Christian Bay, einem gebürtigen Dänen, bis 1947 Leiter der John Crerar Library in Chicago). Nach den Zusammenstellungen von Friedr. v. Miltitz (Berlin 1829, 541 Sp.), Pritzels Mentor J. H. Dierbach (Leipzig 1836, 268 S.) und Marcus Sal. Krüger (Berlin 1841, 464 S.) erschien dann Georg Aug. Pritzel's klassischer "Thesaurus literaturae botanicae" (Lipsiae 1851, 547 S.), der in den folgenden 3 Jahrzehnten die Grundlage aller bibliographischen Arbeit in der Botanik bildete hat. Ernst A. Zucholdt und Ernst v. Berg lieferten Nachträge (1833 und 1868 bzw. 1859—64), die von Pritzel mit den Früchten seiner eigenen Sammlungskraft zur endgültigen von Karl Jessen beendeten Neuauflage (1872—77, 576 S.) verarbeitet wurden. Obwohl um Gartenbau- und Landwirtschaftsliteratur vermindert, ist diese bis heute als zuverlässiger Führer durch die ältere botanische Literatur im Gebrauch (ein Neudruck ist in diesem Jahr noch in Mailand erschienen). Daß die Aufgabe einer Gesamtbibliographie jedoch damals schon die Kräfte selbst eines so unermüdlichen Arbeiters, wie Pritzel es war, überstieg, zeigt Benj. D. Jackson's "Guide to the literature of botany" (Index Soc. Publ. 8, London 1851, 626 S.), der noch 6000 neue Titel hinzufügen konnte. Seitdem hat sich niemand mehr an diese Masch gewagt, so daß sich die botanische Bibliographie aufspalten mußte in die periodischen Referatenblätter und Fortschrittsberichte einerseits und die regionalen und thematischen Spezialbibliographien andererseits.
Einen gewissen Ersatz bilden — wenigstens für das selbständige Schrifttum — die Kataloge größerer Spezialbibliotheken: als Vorbild an Akribie und Ausführlichkeit darf Jonas Dryander's "Catalogus bibliothecae Jos. Bankius" (Bd 2: Botanik, 1796) gelten. Ihre heutigen wichtigsten Vertreter sind die großen Londoner Sammlungen der Royal Botanical Gardens in Kew (1899, 790 S.; Suppl. 1919), der Linnaean Society (New ed. 1925, 560 S.), der Lindley Library der Royal Horticultural Society (1927, 488 S.; neue Aufl. in Vorbereitung) und vor allem des British Museum (Natural History) in South Kensington (1903 ff, 5 Bde und 3 Bde Suppl.). Zu ihnen gesellen sich der Utrechter Gesamt-Katalog: "Catalogus van botan. boekwerken in de Univ.-Bibl. . . ." (1936, 294 S.) und die großen amerikanischen Kataloge der Massachusetts Horticultural Society (Cambridge, Mass. 1918 bis 20, 587 S.; compiled by W. P. Richard and Mary C. Hewett) und des Arnold Arboretum der Harvard University in Jamaica Plain (Cambridge, Mass. 1914—5, 3 Bde, 4°, comp. by Ethelyn M. Tucker; mit vorl. "Subject catalogue" in Bd 2, 1917, 542 S.).
In diesem Zusammenhang sei auch einer Katalog-Erweiterung gedacht, die sich am unmittelbaren Vermitteln des Schrifttums selber — nich Titel — zur Aufgabe gesetzt hat: der Verkauf der großen Antiquariate. Vor dem Biblio