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Page 57 · DO #1527 · 212_Haas_Bx1FF6_r
- Collection
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Theodore Philipp Haas (1892–1977) papers
- Item/Folder
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Correspondence L–Z, 1941–1959, n.d.
- Digital Object
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DO #1527,
page 57
- Collection-level dates
- 1906–1986
Page transcription
Philadelphia 4, Pa.,
Den 3, Januar 1951.
Professor Dr. Wilhelm Troll,
Direktor des Botanischen Instituts
der Universität Mainz,
Mainz.
Lieber Herr Professor Troll!
Zuerst Ihnen und der Gattin alles erdenklich Gute für 1952! Vor allem Gesundheit und Erfolg in der Arbeit.
Ich bekam Ihren Brief v. 9.12. und am Silvester Tag Ihre Drucksachen.
Damit haben Sie mir eine große Freude bereitet und ich möchte Ihnen dafür herzlichst danken. Sie wissen, dass ich Ihr Arbeiten immer mit großem Interesse verfolge. Es ist doch schon eine gewisse Zeit, dass Sie und Ihr Herr Bruder in Goebels Vorlesungen in der ersten Bankreihe zugegen sind. Ich erinnere mich noch gut daran. Manchmal wird mir ganz schwermütig, wenn ich an schöne vergangene Zeiten zurück denke und mich dabei erinnern muss, dass dies und jenes vor einem halben Jahrhundert war!
Nun zu Ihrem Brief vom 12. Dezember. Mit der Frage nach Utricularia inflata haben Sie auf einen Knopf gedrückt. Ich bin nämlich ein "Utricularia Mensch". Wir haben hier in den New Jersey Pinebarrens verschiedene Arten, von denen mich 3 besonders interessieren, da ich ihre Standorte kenne und weil diese verhältnismäßig leicht zu erreichen sind. Die drei Arten sind Utricularia inflata, U. purpurea und U. subulata-eleistogama. Die beiden ersten sind Wasserpflanzen, die letztere lebt in feuchtem Quarzsand, ist also terrestrisch. Zunächst darf ich Sie auf das Buch "Carnivorous Plants" von Dr. Francis E. Lloyd aufmerksam machen. Sie werden Dr. Lloyd persönlich gekannt haben, er war 1935 mehrere Monate in Rynenburg. Sein Buch erschien 1942 bei Frans Verdoorn, Chronica Botanica, Waltham, Mass., 1948. Es ist das eigentliche "Gebetbuch" für Leute, die sich mit "fleischfressenden Pflanzen" beschäftigen. Hier finden Sie eine Umsage von Illustrationen. Lloyd war ein sehr guter Zeichner und ich war bei ihm in Carmel 1940, als ich nach den USA kam. Er hat in München immer auf die "Luftsporen" aufmerksam gemacht. Ich weiß nicht, was Sie untersuchen wollen und was Sie gesucht haben wollen. Augenblicklich kann man ja gar nichts tun. Die Pflanzen als Ganzes, nicht Winterknospen, befinden sich am Boden der Gewässer, aber im Frühjahr geht's wieder auf beim Schichtbild; die Blütezeit ist mittel Mai. Ich habe den ganzen Lebenslauf von U. inflata studiert und will Ihnen nachfolgend ein wenig erzählen. Interessant ist, dass U. stellaris in Indien ähnliche Anpassungseinrichtungen besitzt. Eine Abbildung ist in Marloth's "The Flora of South Africa". Die Pflanze scheint also dort auch vorzukommen. Material könnten Sie eventuell bekommen von Dr. K. Blewes, Superintendent, Indian Botanical Garden, Calcutta, India. Sie können sich auf mich berufen; ich bin mit ihm im Briefwechsel. Er hat mir auch eine Zeichnung dieser Pflanze geschickt. Sie kennen ja auch Goebels Arbeit in den Annales du Jardin botanique de Buitenzorg