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Page 141 · DO #1592 · 72_Degener_Bx2FF17A_r
- Collection
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Otto Degener (1899–1988) papers
- Item/Folder
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Correspondence, 1958
- Digital Object
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DO #1592,
page 141
- Collection-level dates
- 1915–1985, n.d.
Page transcription
Dr. habil. Herrn. Ziegenspeck
Marienapotheke, Augsburg
Apothekergässchen 2
Postescheckkonto München 38208
Augsburg 11 VI 1958
Lieber Herr Kollege!
Mit gleicher Post übersende ich Ihnen die erste Besprechung Ihres Filmes in der Tagespresse. Es werden noch mehrere Aufführungen folgen. Die Lehrerbildungsakademie, die Volkshochschule und sogar die Oberrealschule. Überall haben wir grossen Erfolg. Ich bemühe mich die Vorführungen zu besprechen. Am besten ist natürlich ein Vortrag über den Vulkanismus als solchen. Die dazu nötigen Lichtbilder habe ich mir gemacht; es sind etwa 200 der Zahl. Die Lichtbildstelle der Stadt Augsburg eröffnet ihre "begierdigen" Augen. Das müssen sie aber mit Ihnen abmachen. Das besprechen besorge ich schon. Es möchten so die Lehrer gerne diese Vorträge halten, aber dazu muss man nun geologische Kenntnisse haben! Wer diese Dinge nicht gesehen hat, kann schlecht oder gar nicht darüber vortragen. Ich habe diese Dinge von Jugend auf von meinem Vater gelernt und das erstrakte Nebenfach im Rigorosum hat auch die entsprechenden Praktika und Kollegen mit sich gebracht.
Es ist nur zu schade, dass ich den Blütenfilm nicht vorführen kann. Ich möchte mich nämlich nicht blamieren. Wer aber kennt die Exoten in der Natur?
In letzter Zeit habe ich an einem Orchideenvortrag zu arbeiten gehabt. Nun habe ich fast alle mitteleuropäischen Orchideen in guten Lichtbildern. Man kann sich die fehlenden aus guten Abbildungen zusammenfotografieren. Die Farbfilme nehme ich mir nach Möglichkeit in der Natur oder auf meinem "Heimatelier" auf. Es ist die Blütenbiologie dieser Gewächse ungeheuer interessant. Ich habe ja ein etwa 600 Seiten großes Buch darüber geschrieben. Blöderweise sind mir alle alten Dias etc. restlos verloren. Aber die Samenbilder, Entwicklungs geschichten habe ich mir aus meinem Werk herausgezogen. Die Mykotrophie habe ich mit dem Phasenkontrastmikroskop schon aufgenommen. Mit diesem Instrument sieht man viele Dinge ohne jegliche Färbung an Handschnitten, die sonst nur dem Mikrotome zugänglich sind. Das müsste man auch einmal zusammenschreiben, aber wer druckt das? Ein Glück ist es, dass ich fotografiere und Mikrofotogra