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Page 15 · DO #1593 · 72_Degener_Bx2FF17B_r
- Collection
-
Otto Degener (1899–1988) papers
- Item/Folder
-
Correspondence, 1958
- Digital Object
-
DO #1593,
page 15
- Collection-level dates
- 1915–1985, n.d.
Page transcription
fort mit allen Schikanen fotografiert.Die Unterlippe fluoresziert stark
und macht dadurch auf die „Honigschüssel“ aufmerksam.Die UV-Aufnahme und
die Farbbilder muss ich abwarten.Man denkt sich von ein Bindeglied von
Epipactis microphylla zu S. latifolia etc also von fast Vollmykotropher
Art zu oft fast erwachsen autotropher.Nun aber ist die ausnehmend dicke
Wurzel ohne Verpilzung.Der Schluss aus den Blättern trägt also hier.
Das habe ich in meiner Orchideenmonographie etc genau ausgeführt.Aber
ich habe keine Fotografie bisher gehabt.Ein Vortrag: die Orchideen der
Heimat und ihr Leben muss ich immer mehr vervollständigen.Ich kann leider
nicht mehr die Märsche in die Berge und Moore aushalten.
Im Kiental gibt es noch schöne Farne, die ich ja auch als Vortrag halten
möchte und nun mir die Lichtbilder verfertige.Die Fluoreszenzmikroskopie
mit Oxypyrengelb ist ein neues Streiflicht, so dass man solche Dinge auch
in München auftischen kann.Während des Krieges kam ich nicht zum Aufnah-
men und meine alten Bilder haben die Bomben zerstört.
Von meinen Bekannten ist auch Prof Werth verstorben.Doch hat dieser ge-
rade in letzter Zeit sehr viel publiziert, so dass der Nachlass vielleicht
nicht so wertvoll ist wie bei Herter.Eine Nichte von W. hat bei mir promo-
viert, aber sie war verheiratet, der Mann ist gefallen und nun macht sie
Studienrätin.Die meisten dieser Lehrkräfte arbeiten wissenschaftlich nicht
weiter
Das mit dem Einpflanzen ist für mich nicht so einfach.Der Augsburger Bo-
tanische Garten ist ein solcher nur dem Namen nach.Wirklichkeit Staat-
gartnerie und Züchter von Schauhäusern und Blumengebinden für bonzen
Bürgermeister und ähnlichen „wertvollen persönlichkeiten“. Da bleibt keine
Zeit für etwas anderes übrig.Ich habe in meiner bescheidenen Wohnung ein
paar Blumentöpfe, aber sonst nichts.wir müssen alle schwer arbeiten um
das Geld zu verdienen, weil diese verfluchten Steuerzahlungen und Lanten
ausgleichszahlungen von einem total Bombengeächtigten nicht ohne weitere
aufgebracht werden können.Die Wissenschaft ist bei mir eine Liebhaberei
kein Gelderwerb.Mit den Vorträgen kann man ebensowenig Geld erwerben wie
Dürer Malerei oder Volkslieder u.s.w.